Magenschleimhautentzündung

Eine Magenschleimhautentzündung (lat.: Gastritis) ist eine akute oder chronisch auftretende Entzündung der Magenschleimhaut. Während es bei der akuten Gastritis nur eine Form gibt, wird die chronische Gastritis in drei verschiedene Typen unterteilt (Typ A, B, C). Die chronische Magenschleimhautentzündung tritt meist bei älteren Personen in westlichen Ländern auf.

Eine Magenschleimhautentzündung kann unterschiedliche Auslöser haben

Die Ursachen einer akuten Gastritis sind vielfältig. Der Entzündung voraus gehen oftmals andere schwere Erkrankungen wie Infektionen und damit einhergehende häufige Medikamenteneinnahme. Aber auch übermäßiger Alkohol – und Nikotingenuss, unkontrollierte Essgewohnheiten sowie psysische und physische Stresssituationen begünstigen die Entzündung. Die eingenommenen Gifte greifen die empfindlichen Zellen der Magenschleimhaut an und schädigen diese. Bei der chronischen Gastritis hat jeder Typ eine andere Ursache.

  • Typ A wird durch eine Autoimmunkrankheit bedingt, bei der Antikörper die Zellen des eigenen Körpers angreifen
  • Typ B wird durch das Bakterium Helicobacter pylori (oft fälschlich heliobacter geschrieben) verursacht, dieses siedelt sich an den Zellen der Schleimhaut an und führt zu einer erhöhten Magensäureproduktion
  • Typ C ist eine Gallenerkrankung, bei der Gallensaft zurück in den Magen fließt und diesen dadurch schädigt
Frau mit Magenschleimhautentzündung

Frau mit Magenschleimhautentzündung

Welche Symptome und Folgen kann eine Magenschleimhautenzündung haben?

Bei der akuten Magenschleimhautentzündung treten nach dem Essen

    • starke Magenschmerzen
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • körperliche Schwäche
    • Völlegefühl
    • Appetitlosigkeit
    • Kopfschmerzen

auf. Auch häufiges Aufstoßen kann auf den Beginn einer Magenschleimhautentzündung hindeuten. In schwereren Fällen können auch Magenblutungen und Magengeschwüre auftreten. Bei der chronischen Gastritis treten häufig gar keine Symptome auf. Wenn doch, so sind dies meist Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Auch machen sich oft Müdigkeit und Leistungsverlust bemerkbar.

In der Regel muss eine Magenschleimhautentzündung nicht behandelt werden

Eine akute Magenschleimhautentzündung benötigt meist gar keine Behandlung, eine Besserung tritt oftmals schon einen Tag nach dem Beginn der Symptome ein. Manchmal werden die Symptome durch Medikamenteneinsatz gelindert. Die Medikamente hemmen die Magensäureproduktion und beschleunigen die Heilung der entzündeten Magenschleimhaut. So gibt es auch pflanzliche Wirkstoffe in der Apotheke, die die Symptome ebenfalls lindern.

Während der Behandlung sollte auf alles verzichtet werden, was die Schleimhaut reizt, also beispielsweise Kaffee, Alkohol, Nikotin, Tee und Schokolade. Treten Magenblutungen auf, so können diese nur mittels einer Operation gestillt werden. Bei der chronischen Magenschleimhautentzündung ist keine Behandlung notwendig, solange keine Symptome auftreten.

Mit welchen Erkrankungen kann eine Magenschleimhautentzündung schnell verwechselt werden?

Es ist in der Tat nicht immer ganz so einfach Magenschleimhautentzündungen von anderen Magenbeschwerden zu unterscheiden. Ein Patient der Beispielsweise über Bauchschmerzen klagt kann von einer Antrumgastritis über Magenkrebs oder Verstopfung und Geschwüren bis hin zu Problemen mit der Magensäure so ziemlich alles haben. Um die konkreten Symptome der einzelnen Krankheiten und Beschwerden unterscheiden zu können ist es immer wichtig den vermeindlichen Auslöser der Beschwerden einzugrenzen.

Mögliche Verursacher von

  • Bauchschmerzen
    Bauchschmerzen können aus den unterschiedlichsten Gründen auftreten. Zu viel oder zu wenig Essen, komplett falsche Ernährung einhergehend mit Magenproblemen und genereller Dyspepsie. Meist ist letzteres der Fall, den unter Bauchschmerzen werden allgemein generelle Probleme mit dem Magen und Verdauungsprobleme tituliert. Beschwerden mit erhöhter Konzentration der Magensäure, eine schmerzende Magenschleimhaut, akutes Sodbrennen oder auch das klassische Magengeschwür sind oft die Verursacher von Bauchschmerzen
  • Antrumgastritis
    Eine Antrumgastritis ist eine Magenschleimhautentzündung Typ B. Wie weiter oben erwähnt werden Magenschleimhautentzündungen in 3 unterschiedliche Typen eingeteilt. Die Antrumgastritis trägt ihren Namen, da sie sich am unteren Ende des Magens bildet und ist mit 80 % die häufigste Magenschleimhautentzündung. Diese Gastritis ist sehr langwierig und kann ohne Medikamente und eine Nahrungsumstellung nicht geheilt werden. Typische Symptome für die Art der Magenschleimhautentzündung sind:

    1. unangenehmes Völlegefühl
    2. häufiges Aufstoßen von Magensäure
    3. sowie starkes Sodbrennen
  • Magenkrebs
    Der Magenkrebs ist natürlich schon weit über mehr oder weniger harmlose Magenbeschwerden hinaus. Magenkrebs kann unter anderem, wie beispielsweise Zwölffingerdarmgeschwüre auch, durch eine dauerhafte Belastung durch Helicobacter Pylori Bakterien entstehen. Diagnostiziert wird Magenkrebs Mittels einer Magenspiegelung und entnahme von Belegzellen. Diese Methode wird auch angewandt um andere gut- oder bösartige Geschwüre in der Magengegend oder gezielt Magengeschwüre sowie andere Erkrankungen zu erkennen. Jedoch muss auch hier das Gewebe genauestens untersucht werden, denn jedes Geschwür ist anders.

Jede hier erwähnte Erkrankung fängt mit eher harmlosen Bauchschmerzen an. Tatsächlich wird zu beginn meist eine Magenschleimhautentzündung vermutet jedoch nach ein paar Untersuchungen und einem Blick in die Speiseröhre, weiß der behandelnde Arzt meist schon mehr.