Der Magen verträgt kein Alkohol

Übermäßiger Alkoholkonsum birgt viele Risiken (Quelle: Bigstock-ID-59883569-by-decade3d)

Bis zu welchem Maß ist Alkoholkonsum noch zu vertreten? Und ab wann kann man von einer Alkoholsucht sprechen? Ein gutes Maß hierfür ist der Magen, denn er ist eines der ersten Organe, das mit alkoholischen Getränken in Berührung kommt – und gleichzeitig reagiert er fast am empfindlichsten auf sie. Wenn also der Magen Probleme bekommt, dann sollte man den Alkoholkonsum überdenken und ihn herunterschrauben, denn es können ernste Folgeschäden entstehen.

Die Magenschleimhaut – robust, aber empfindlich

Die Magenschleimhaut gehört zu den robustesten Teilen des Magens, wenn nicht sogar des ganzen Körpers. Die aggressive Magensäure muss Bestandteile der Nahrung so stark zersetzen, dass der Darm feinste Nährstoffe aus ihr ziehen kann. Mit dieser Säure kommt die Magenschleimhaut jeden Tag in Berührung und wird von ihr natürlich mit zersetzt, weshalb sie sich alle paar Tage selbst erneuern muss. Das ist eine körperliche Höchstleistung, die nicht noch stärker herausgefordert werden sollte. Gerade, weil sie so robust gegenüber der Magensäure bleiben muss, kann die Magenschleimhaut sehr empfindlich auf weitere schädliche Einflüsse wie Alkohol reagieren. Diese greifen in ihren notwendigen Erneuerungsprozess ein und lösen dadurch Probleme aus.Alkohol und die Magenschleimhaut
Die Aufnahme eines alkoholischen Getränks fördert die Durchblutung von Magen und Darm, die sofort damit beginnen müssen, den Stoff abzubauen. Bekanntermaßen wirkt Alkohol wie ein Nervengift, das erkennt der Körper auch als solches. In geringen Mengen ist das unproblematisch, solange es nicht jeden Tag geschieht. Gelangen jedoch große Alkoholmengen auf einmal in den Körper, muss die Magenschleimhaut (und nicht nur diese) Großes leisten, um das Nervengift abzubauen. Ihre Sofortmaßnahme sind Übelkeit und Erbrechen. Übelkeit warnt davor, dass der gesunde Wert überschritten wurde und jetzt nichts mehr getrunken werden sollte – das dient auch dem Schutz vor einer Alkoholvergiftung. Erbrechen ist der Versuch des Magens, den schädlichen Stoff so schnell wie möglich aus dem Körper zu befördern, bevor er noch größere Schäden dort anrichtet – was er tun würde, würde er bis zum Darm gelangen. Wer seinen ersten Vollrausch erlebt, wird sich vergleichsweise bald übergeben müssen, bei Alkoholikern kann dagegen der Gewöhnungseffekt verhindern, dass es so weit kommt.

Magenschleimhautentzündung durch Alkoholkonsum

Eine Schwächung der Magenschleimhaut durch die hohe Belastung beim Alkoholabbau kann schnell zu einer entzündlichen Reaktion führen. Man spricht von der Magenschleimhautentzündung oder Gastritis, die sich in den meisten Fällen durch ständige Übelkeit bis hin zu gelegentlichem Erbrechen, Sodbrennen und tagelangem Verlauf äußert. Manche Getränke wie Bier fördern die Produktion von Magensäure und können allein deswegen eine Magenschleimhautentzündung nach sich ziehen. Alkoholiker ziehen sich durch den jahrelangen Konsum sogar die chronische Form dieser Entzündung zu, die besonders schwer zu bekämpfen ist und einer langfristigen Behandlung bedarf. Verhindern kann man das, indem man nur in Maßen und gelegentlich Alkohol trinkt. Das tägliche Glas Rotwein oder die Dose Bier sind zwar vielleicht noch nicht suchtfördernd (können aber schon reichen), reichen aber aus, um die Magenschleimhaut so stark zu schwächen, dass Übelkeit und Sodbrennen ständige Begleiter werden.

Langzeitfolgen für den Magen

Alkohol löst nicht nur schmerzhafte Entzündungen der Magenschleimhaut aus, er verändert auch die Art der Nährstoffaufnahme. Einfachzucker können leichter aufgenommen werden, diese sind auch in alkoholischen Getränken in nicht geringen Mengen zu finden und machen dick. Ständige, wiederkehrende oder chronische Magenschleimhautentzündungen durch Alkohol dagegen können langfristig zur Bildung von Magengeschwüren führen. Diese sind zwar meistens nicht bösartig, müssen aber operativ entfernt werden, da sie noch schlimmere Beschwerden verursachen. Außerdem befinden sich gerade Alkoholiker in einer Risikogruppe für Magenkrebs, denn dieser wird durch entzündete Magenschleimhaut und Magengeschwüre begünstigt. So dramatisch derartige Folgeschäden des Alkoholkonsums nun aber klingen, so selten sind sie unter Menschen, die in Maßen Alkohol trinken. Sie treten bei Missbrauch im Laufe von Jahren auf, nicht aber bei gemäßigtem Konsum. Verantwortungsbewusstsein beim Trinken alkoholischer Getränke hilft, diesen Langzeitfolgen für den Magen und für andere Organe vorzubeugen.

Wie viel Alkohol ist erlaubt?

An einer entzündeten Magenschleimhaut erkrankt niemand gerne, Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls nicht angenehm. Angesichts der kurz- und langfristigen Folgen von zu hohem Alkoholkonsum überdenkt sicherlich jeder das eigene Level. Langzeitfolgen, die medizinisch behandelt werden müssen und langwierig werden können, entstehen nur bei tatsächlichem Missbrauch. In Maßen ist Alkohol jedoch erlaubt, wenn er weder in großen Mengen auf einmal genossen oder nahezu jeden Tag getrunken wird. Die Definition von Alkoholikern sollte man ernst nehmen – das sind Personen, die entweder täglich oder fast täglich alkoholische Getränke konsumieren oder ihr Limit nicht kennen und sich regelmäßig einen Vollrausch antrinken. Gute Stimmung durch alkoholische Getränke ist in Ordnung, auffälliges Verhalten dagegen bedeutet, dass es zu viel des Guten war. Dabei ist jeder anders; manche Menschen vertragen schon das zweite Glas Wein nicht, anderen geht es nach drei Cocktails noch recht gut. Am besten setzt man sich für den Abend ein Limit, über das man auch dann nicht hinausgeht, wenn es alle anderen tun.

Bildquelle: Bigstock-ID: 59883569 by decade3d

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