Die verschiedenen Analgetika

Analgetika

Analgetika ist der Fachbegriff für Medikamente, die schmerzlindernd oder schmerzstillend wirken. Man setzt sie in der Schmerztherapie ein, um akute oder chronische Schmerzen zu lindern. Je nach Substanzklasse wirken Analgetika auf die Schmerzentstehung, Schmerzweiterleitung oder Schmerzverarbeitung. Wichtige Funktionen des Zentralen Nervensystems bleiben von den Schmerzmitteln jedoch unbeeinflusst.

Analgetika lassen sich auf unterschiedliche Weise in Gruppen einteilen. Man unterscheidet sie nach der Stärke ihrer Wirkung, dem Rezeptor, den sie besetzen, und nach dem Ort, an dem sie wirken:

Unterscheidung nach dem Wirkort

Nach dem Wirkort unterteilt man Schmerzmittel in peripher wirksame Analgetika und zentral wirksame Analgetika. Die erste Gruppe wirkt in der Körperperipherie. Hier greifen die Schmerzmittel in die Biosynthese der Prostaglandine (unter anderem zuständig für die Schmerzentwicklung) ein, indem sie die Cyclooxygenase, die zur Herstellung von Prostaglandine benötigt werden, hemmen. Auf diese Weise blockieren die Analgetika die Schmerzweiterleitung. Ein zentral wirksames Analgetikum beeinflusst hingegen die Nervenzellstrukturen im Zentralen Nervensystem, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind. Durch die veränderte Wahrnehmung spürt der Patient zwar immer noch den Schmerz, er nimmt ihn jedoch nicht mehr als bedrohlich wahr.

Unterscheidung nach dem Rezeptor

Je nach Substanz, die in einem Analgetikum enthalten ist, besetzt das Schmerzmittel einen anderen Rezeptor, um die Schmerzen zu lindern. Opioidanalgetika besetzen die den Opiatrezeptoren, so zum Beispiel Morphium. Nicht-Opioidanalgetika setzen hingegen nicht an Opiatrezeptoren an. Sie können aber sowohl peripher als auch zentral wirken. Zu den Nicht-Opioidanalgetika gehören zum Beispiel Metamizol, Flupirtin und Nefopam. Die NMDA-Rezeptorantagonisten wie Ketamin setzt man auch als Anästhetika ein. Die letzte Gruppe sind die N-Typ Calciumkanalblocker, zu welcher der Wirkstoff Ziconotide gehört. Diese Analgetika injiziert man intrahektal (unterhalb der harten Hirnhaut).

Unterscheidung nach der Wirkstärke

In Analgetika sind unterschiedliche Substanzen enthalten, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden. Wie ein Analgetikum wirkt und wie stark es ist, hängt aber natürlich auch von der Dosierung ab. Anhand der Wirkstärke unterscheidet man Schmerzmittel in:

  • schwach wirksame Analgetika wie Ibuprofen oder Paracetamol
  • schwach zentral wirksame Analgetika wie Tramadol oder Tilidin
  • stark zentral wirksame Analgetika wie Morphin oder Levomethadon.

Schwache Schmerzmittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, während starke Analgetika nur auf Rezept eines Arztes erhältlich sind. Dies hat einen guten Grund: Starke Schmerzmittel wie Morphin können starke Nebenwirkungen haben und sogar abhängig machen.

Nebenwirkungen von Analgetika

Es gibt zahlreiche Risiken und Nebenwirkungen, welche Analgetika hervorrufen können. Weil viele Schmerzmittel als Säuren die Magenschleimhaut reizen und deren Schutz durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese reduzieren, treten sie meist im Magen und in den Verdauungsorganen auf. Häufig sind Übelkeit, Verdauungsstörungen, Magengeschwüre und Sodbrennen. Deshalb verschreiben viele Ärzte mit einem Schmerzmittel auch ein Mittel gegen Sodbrennen und zum Magenschutz, so zum Beispiel Omep von Hexal. Starke Analgetika können den Patienten sogar in seiner Wahrnehmung beeinflussen. Teilweise sind die Patienten nach der Einnahme fahruntüchtig. Zudem steigt das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls.

Ein Kommentar

  1. Katrin sagt:

    Interessant. Bisher konnte ich mit dem Begriff Analgetika wenig anfangen.

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