Gesetzlich oder privat?

Seit Januar 2011 ist es in Deutschland möglich, als Arbeitnehmer in die PKV zu wechseln, sofern das Bruttoeinkommen mehr als 49.500 Euro im Vorjahr betrug. Das macht einen Wechsel selbst für Berufsanfänger möglich. Doch lohnt es sich wirklich, in die private Kasse zu wechseln und gibt es überhaupt Vorteile?

Die Leistungen

Was die Leistungen betrifft, so ist die private Krankenversicherung der gesetzlichen natürlich um Längen voraus. Man profitiert in vielen Bereichen: Eine schnellere und bevorzugtere Behandlungen bei Terminen und in Praxen sowie Chefarztbehandlungen und Einzelzimmer in der Klinik und Medikamente ohne Zuzahlungen sind hier nur einige davon. All dies sind Dinge, die es bei einer gesetzlichen Kasse oft nur mit Zusatzkosten gibt. Trotzdem sollte man wissen: Sämtliche Kosten übernimmt auch die private Krankenversicherung nicht, sie erstattet lediglich das, was medizinisch wirklich notwendig ist.

Die Kosten

Für junge Leute ist die private Krankenversicherung zunächst eine günstigere Alternative, allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die Beiträge mit steigendem Alter ebenfalls höher werden. Privatversicherungen mit zusätzlicher Pflegeversicherung sind bereits ab 250 Euro monatlich erhältlich, noch oben hin ist die Spanne der Leistungen und Kosten natürlich offen und berechnet sich teilweise auch nach den eigenen Wünschen.

Wer kann in die private Krankenversicherung übertreten?

Nicht jeder, der gerne privat versichert sein möchte, kann sich so einfach bei einer privaten Krankenversicherung anmelden. Arbeitnehmer sind normalerweise gesetzlich pflichtversichert, allerdings brachte die neue Regelung von 2011 hier Änderungen mit sich: Verfügt man über ein dauerhaftes gutes Einkommen, welches über die so genannte Versicherungspflichtgrenze fällt, dann kann man beitreten. Diese Grenze liegt bei einem Mindesteinkommen von 48.600 Euro brutto pro Jahr in den letzten drei Jahren. Wird dieses Einkommen auch im vierten Jahr erreicht, dann darf man problemlos in die private Krankenversicherung überwechseln. Bevor man in die private Krankenversicherung wechselt, muss man schon bei der Antragstellung einige Fragen zur eigenen Gesundheit beantworten. Die Auswertung der Antworten dieser Gesundheitsprüfung entscheidet dann über die Aufnahme in die Krankenkasse. Weitere Infos dazu gibt hier.

Doch auch andere Berufsgruppen, die nicht dieser Pflicht unterliegen, können der privaten Krankenversicherung beitreten. Das sind unter anderem Freiberufler, Künstler oder auch Selbstständige. Ebenfalls können Studenten sich an eine private Krankenversicherung wenden, sobald sie aus der Familienversicherung austreten, da die Beiträge in der PKV zunächst geringer sind.

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