Überkonsum von Tabletten

Der Überkonsum von MEdikamenten wird häufig stark unterschätzt (Quelle: Bigstock-ID-30371816-by-eteimaging)

Zahlreiche Menschen leiden unter Magen- oder Darmbeschwerden. Dabei können die Ursachen unterschiedlichster Art sein. Häufig treten Beschwerden durch eine unvorschriftsmäßige oder übermäßige Tabletteneinnahme ein.

Die unterschätzte Gefahr für die Gesundheit: Medikamentenkonsum

Vor allem ein längerer oder dauerhafter Medikamentenkonsum kann die Gesundheit teilweise erheblich beeinträchtigen. Mögliche Folgen können beispielsweise eine Entzündung der Magenschleimhaut, ein Magengeschwür oder Entzündungen oder Geschwüre im Darmtrakt sein. Vor allem Schmerzmittel zählen zu den Auslösern der Erkrankungen. Laut Mitteilung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sind bei über 65-jährigen Patienten sogar viele Todesfälle auf Schmerzmittelfolgen zurückzuführen.

Bei der Einnahme von Tabletten ist einiges zu beachten

Ob als Kapsel, Tablette oder Pulver: Medikamente gelangen über die Speiseröhre in den Magen. Empfehlenswert ist die Einnahme mit ausreichend Wasser in stehender Körperhaltung. Ansonsten können bereits in der Speiseröhre Beschwerden auftreten, wenn die eingenommene Substanz an der Innenwand der Speiseröhre anhaftet und eine Reizung verursacht. Durch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr bei der Einnahme von Medikamenten kann auch der Wirkstoff an der Magenwand kleben bleiben und sich dort auflösen. Hierdurch kann die Schutzschicht der Magenwand angegriffen und beschädigt werden. Diese Einwirkung auf die Schleimhautbarriere kann eine akute Gastritis verursachen.

Die Folgen können unter Anderem sein:
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Schmerzen
  • Appetitlosigkeit

Um diese Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, sollte auch in jedem Fall genau auf die vorgeschriebene Dosierung für die Medikamenteneinnahme geachtet werden. Die Belastung von Speiseröhre, Magen und Darm kann durch die zusätzliche Einnahme von Genussgiften noch verstärkt werden. Auf die Einnahme von Medikamenten mit Alkohol sollte in jedem Fall verzichtet werden

Die besonderen Auswirkungen bei der Einnahme von Schmerzmitteln

Quälende Schmerzen wirksam zu bekämpfen ist ein naheliegender Wunsch. Trotzdem sind dabei die besonderen Risiken bezogen auf die Einnahme gebräuchlicher Schmerzmittel zu beachten und abzuwägen. Die Schmerzempfindung wird dabei über die gezielte Einflussnahme auf das zentrale Nervensystem reduziert. Häufig werden dazu nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verwendet, die überwiegend rezeptfrei erhältlich sind. Hierzu zählen beispielsweise Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Schmerzmittel wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend und können sogar die Blutgerinnung beeinflussen. Viele Menschen, die von dauerhaften Erkrankungen wie beispielsweise Rheuma geplagt werden, greifen kontinuierlich aus dieser Not heraus zu Schmerztabletten. Dabei bestimmen sie oft eigenmächtig je nach persönlicher Befindlichkeit die Dosierung. Verschiedene Nebenwirkungen können sich allerdings angesichts dieser Praxis über einen längeren Zeitraum als Problem darstellen. Auswirkungen können sich bezogen auf die Funktionalität von Leber, Magen und Darm ergeben. Vielfach stellen sich Symptome einer Magenschleimhautentzündung dar. Diese akute oder chronisch auftretende Entzündung der Magenschleimhaut kann insbesondere nach dem Essen folgende Probleme verursachen:

  • Völlegefühl 
  • Heftiges Aufstoßen
  • Magenschmerzen, die auch heftig sein können
  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Abneigung gegen einzelne Nahrungsmittel
  • Kopfschmerzen
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Schwächegefühl
  • verstärkte Müdigkeit

Der „Worst-Case“

Im schlimmsten Fall können auch Magengeschwüre, Magenblutungen oder ein Magendurchbruch auftreten. Eine genaue Diagnose kann bei einer vermuteten Magenschleimhautentzündung vielfach nur durch eine Magenspiegelung erfolgen. Hierbei können auch mögliche Beeinträchtigungen der Speiseröhre festgestellt werden. Falls notwendig, können auch Gewebeproben entnommen und untersucht werden. Außerdem kommt je nach Beschwerdebild auch eine Laboruntersuchung des Blutes in Betracht. Behandlungsmöglichkeiten bieten sich vor allem mit Antibiotika, Vitamin B 12 und Medikamenten, die eine Hemmung der Magensäureproduktion und einen Schutz der Magenschleimhaut bewirken. Tabletten, die gegen Sodbrennen und zur Säurebindung eingenommen werden, können allerdings auch einen weichen Stuhl oder sogar Durchfall hervorrufen. Zusätzlich erfolgt im Rahmen einer Behandlung die Umstellung auf ein anderes Schmerzmittel, wenn die schmerzauslösende Ursache nicht bekämpft werden kann. Als unterstützende Maßnahme ist es in jedem Fall ratsam, die Ernährung auf magenverträgliche Nahrungsmittel umzustellen. Regelmäßige Untersuchungen von Blutdruck und Leberwerten sind hilfreich.

Ursache für Magengeschwüre

Oftmals ist die verringerte Produktion des Gewebehormons Prostaglandin, durch Einnahme von Schmerzmitteln, eine Ursache für Magengeschwüre ist. Prostaglandin wird für die Bildung von Magenschleim benötigt und stellt Substanzen für die Neutralisierung der Magensäure bereit. Durch ein Defizit an Prostaglandinen wird die Magenschleimhaut stärker durch die Magensäure angreifbar. Hierdurch wächst die Gefahr, dass sich Magengeschwüre bilden. Wenn keine anderen Therapien greifen, hilft nur noch eine Operation. Leider wird im Zusammenhang mit Magenoperationen nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen die Kostenübernahme gewährleistet. In einem solchen Fall sollte angesichts immenser Rechnungsbeträge eine alternative Absicherung über eine private Krankenversicherung rechtzeitig in Angriff genommen werden. Ein Ratgeber für private Versicherung finden sie hier. Bei einem Magendurchbruch muss eine Operation aufgrund der Gefährlichkeit sofort erfolgen. Durch den aggressiven Magensaft können sich auch Zwölffingerdarmgeschwüre entwickeln. Die Symptome gleichen den bei Magenbeschwerden auftretenden Erscheinungen. In Einzelfällen kann auch hierbei eine Operation erforderlich werden. Ansonsten greifen die im Zusammenhang mit den Magenproblemen dargestellten Behandlungsmöglichkeiten.

Tabletten gegen Magen-/Darmprobleme sowie andere Medikamente

Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall treten häufig auf und klingen in vielen Fällen auch wieder unbehandelt ab. Bei länger anhaltenden Problemen kommt es allerdings auch zur Einnahme von speziellen Medikamenten, um für Abhilfe zu sorgen. Zu bestimmten Zeiten erhöht sich gelegentlich das Ansteckungspotenzial bezogen auf Magen-/Darminfekte. Die zur Behandlung von Durchfallerkrankungen zum Einsatz kommenden Tabletten, Kapseln oder Tropfen sind jedoch nicht frei von Nebenwirkungen. Bei einem längeren und unsachgemäßen Gebrauch können Nebenwirkungen auftreten wie zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit
  • Bauchkrämpfe
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Verstopfungen
  • Darmverschluss

Die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente ist zu vermeiden, da ansonsten weitere Folgen durch Wechselwirkungen möglich sind. Ebenso müssen bekannte Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff berücksichtigt werden. Vor allem für die Einnahme von Medikamenten bei Schwangeren und Kindern gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Teilweise ist die Einnahme für diesen Personenkreis aufgrund möglicher Nebenwirkungen unzulässig. Die Entstehung von Durchfall kann auch durch Medikamenteneinnahme verursacht worden sein. Bei einigen Medikamenten ist hierzu eine höhere Wahrscheinlichkeit gegeben:

  • Säureblocker 
  • Mittel gegen Depressionen
  • Blutdrucksenkende Medikamente
  • Hormon- und Eisenpräparate
  • Chemotherapie
  • Abführmittel

Mittel zur schnellen Gewichtsreduzierung

Wer möglichst schnell eine Reduzierung seines Körpergewichts herbeiführen möchte, greift im Rahmen einer Diät zusätzlich zu Abführmittel. Dadurch soll der gewünschte Erfolg in möglichst kurzer Zeit erfolgen. Die meisten Abführmittel sollten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass durch die Darmreizung Dickdarmpolypen auftreten können. Wenn die entstandenen Darmpolypen eine bestimmte Größe erreicht haben, kann sich Darmkrebs entwickeln. Diese Gefahren werden vielfach unterschätzt und erst sehr spät durch den Betroffenen wahrgenommen. Für eine umfassende Beratung, Vorbeugung und Behandlung ist eine leistungsstarke Krankenversicherung jedenfalls angebracht. Fachgerechte Informationen und vergleichende Bewertungen wie unter Anderem auf http://www.test-private-krankenversicherung.net/ sind dabei sehr hilfreich.

 

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