Was ist eine Magenspiegelung?

Die Magenspiegelung, auch Gastroskopie (von griechisch γαστήρ – Magen und σκοπεῖν – beobachten), ist ein medizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm mithilfe eines Gastroskops von innen betrachtet werden können. Entwickelt wurde die Magenspiegelung gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Chirurgen Johann Freiherr von Mikulicz-Radecki.

Beim Gastroskop handelt es sich um ein flexibles Endoskop, das anhand einer Glasfaseroptik Bilder aus dem oberen Verdauungstrakt übermittelt. Bei älteren Geräten geschah dies, indem man direkt in die Optik hineinschaute. Die modernen Geräte übertragen die Bilder mithilfe einer Videooptik auf einen Monitor.

Zusätzlich zur rein visuellen Untersuchung bietet die Magenspiegelung die Möglichkeit, Gewebeproben für die mikroskopische Analyse zu entnehmen. Außerdem können bei einer Magenspiegelung auch größere Gewebestücke, Polypen und sogar Fremdkörper entfernt werden.

Eine Magenspiegelung ist ein hilfreiches Diagnosemittel bei Beschwerden im Oberbauch, chronischem Sodbrennen, Schluckbeschwerden und unbegründetem Durchfall. Des Weiteren kann sie bei Verdacht auf ein Geschwür oder Karzinom Klarheit verschaffen.

Während einer Magenspiegelung können einzelne Erkrankungen bereits behandelt werden. So kann eine Verengung des Magenausgangs beispielsweise mittels der Argon-Laser- oder Elektrokoagulation geöffnet werden. Zudem können Blutungen unterspritzt oder abgeklemmt und somit gestillt werden.

Vor einer Magenspiegelung sollte etwa sechs Stunden lang keine Nahrung mehr eingenommen werden. Um ihnen die Angst vor der an sich äußerst harmlosen Untersuchung zu nehmen, wird manchen Patienten vor der Magenspiegelung ein Beruhigungsmittel verabreicht. Zudem erhalten alle Patienten eine leichte Lokalanästhesie im Rachen, um einen eventuellen Würgereiz zu unterdrücken. Dann gibt es zwei Methoden, eine Magenspiegelung durchzuführen: auf der linken Seite liegend oder sitzend. Im Liegen wird eine Magenspiegelungvor allem dann vorgenommen, wenn eine Sedierung erfolgt ist. Dies ist vor allem bei Menschen mit großer Angst empfehlenswert, denn sie erinnern sich hinterher so gut wie gar nicht an die Untersuchung. Eine Magenspiegelung im Sitzen hat den Vorteil, dass die Patienten den Vorgang durch Schlucken aktiv erleichtern können. Selbstverständlich ist dann eine Narkose nicht möglich. Neuerdings können Magenspiegelungen auch durch die Nase statt durch den Mund stattfinden. Da dies mit einem dünneren Schlauch geschieht, empfinden viele Patienten diese Methode als angenehmer. Ein Nachteil ist allerdings, dass das dünne Gerät nicht so leicht durch den Magenpförtner zu führen ist und somit der Zwölffingerdarm häufig nicht mit in die Untersuchung eingeschlossen werden kann.

Generell ist eine Magenspiegelung sehr ungefährlich. Lediglich die Unverträglichkeit der Anästhetika stellt in äußerst seltenen Fällen ein Problem dar. Risiken wie Verletzungen der Magenwand oder Blutungen nach Gewebeabtragungen gehen praktisch gegen Null. Mit einer gewissenhaften Überwachung können ernsthafte Komplikationen aber so gut wie ausgeschlossen werden.

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