Was tun gegen generelle Magenschmerzen?

Darum treten Magenschmrezen auf

Die medizinische Fachsprache bezeichnet Magenschmerzen als Gastralgie (von gr.: γαστήρ, gastēr – Bauch, Magen und αλγοσ, algos – Schmerz). Sie gehört generell zu den Symptomen vieler Krankheiten. Wichtig ist hierbei, dass Magenschmerzen nicht immer vom Magen selbst verursacht werden. Die Bauchspeicheldrüse, der Darm, die Leber, die Gallenblase und sogar das Herz können Beschwerden verursachen, die fälschlicherweise als Magenschmerzen gedeutet werden. Ebenso können Schmerzen, die in einer Bauchfellentzündung begründet liegen, wie Magenschmerzen wirken. Aber auch Stress und andere psychische Belastung wie Nervosität, Angst und Kummer fordern ihren Tribut oft in Form von Magenschmerzen.

Magenschmerzen, die begleitet werden von (saurem) Aufstoßen und Sodbrennen können auf Refluxkrankheiten hinweisen. Hier fließt Mageninhalt (entweder Magensaft allein oder vermischt mit Speisebrei) zurück in die Speiseröhre, meist, weil der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig funktioniert. Außerdem können Magenschmerzen von einer Magenschleimhautentzündung ausgelöst werden. Die aggressive Magensäure kommt dann in Kontakt mit der Magenwand, was große Schmerzen verursacht. Magenschmerzen in Kombination mit Völlegefühl, Übelkeit und Brechreiz können auf ein Magengeschwür oder eines im Zwölffingerdarm hinweisen. Kommen zu diesen Beschwerden noch Blut im Stuhl, Bleistift- oder Ziegenköttelstuhl und großer Gewichtsverlust hinzu, kann es sich auch um Magenkrebs handeln.

Eine der Krankheiten, die am häufigsten für Magenschmerzen verantwortlich ist, ist eine Magen-Darm-Infektion. Hier greifen Bakterien, Viren oder Protozoen die empfindliche Magen- und/oder Darmschleimhaut an, sodass diese die aufgenommene Nahrung nicht mehr richtig verdauen können. Weitere Symptome sind dann Erbrechen und Durchfall. Ähnliche Beschwerden werden auch von einer Vergiftung durch verdorbene Lebensmittel erzeugt. Magenschmerzen in variierender Verbindung mit Blähungen, Übelkeit, Aufstoßen sowie sogar Erbrechen und Durchfall sind zudem Anzeichen für einen Reizmagen oder einen Reizdarm. Aber auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie Allergien gegen Histamin, Fruchtzucker (Glucose), Milchzucker (Lactose) oder Gluten rufen diese Beschwerden hervor. Schließlich können übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss sowie eine durch falsche Essgewohnheiten verursachte Übersäuerung des Magens, verschiedene Medikamente und mangelnde Bewegung ebenfalls Magenschmerzen auslösen.

Da Magenschmerzen also nicht selten Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung darstellen, ist ein Arztbesuch in jedem Falle angeraten.

In den meisten Fällen sind Magenschmerzen jedoch auf eine harmlose Magenverstimmung nach dem Essen zurückzuführen und vergehen nach einiger Zeit von selbst. Um ihnen vorzubeugen sollte man darauf achten, sein Essen in Ruhe zu sich zu nehmen und heftige Diskussionen oder Ablenkung wie Radio und Fernsehen zu vermeiden. Generell sollte man untersuchen, ob man im Alltag zu viel Stress ausgesetzt ist, und diesen nach Möglichkeit reduzieren. Dabei können Entspannungsübungen wie Tai Chi oder Yoga unterstützend wirken. Sind echte psychische Probleme die Ursache für Magenschmerzen, empfiehlt sich dringend eine Psychotherapie.

Ernährungsbedingten Magenschmerzen begegnet man am besten mit einer Umstellung der Kost. Fett und schwere Mahlzeiten sowie auch tierische Eiweiße sollten weitgehend vermieden werden. Stattdessen sind viel Obst und Gemüse im Rahmen einer Vollwertkost zuträglich. Auch sollte man zu spät abends nichts mehr essen und allgemein seine Mahlzeiten regelmäßig einnehmen. Empfehlenswert gegen Magenschmerzen ist ein Speiseplan, der viele Ballaststoffe und wenig Kohlenhydrate enthält, denn er wirkt einer Übersäuerung des Magens entgegen. Dazu eignen sich leichte Suppen und Salate sowie Naturjoghurt zur magenschonenden Ernährung. Im Gegenzug sollte man auf schwerverdauliche Lebensmittel wie Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte und Eier sowie auf scharfe Gewürze und zuviel Zucker oder Salz verzichten.

Ein Hausmittel, das sich stark gegen Magenschmerzen bewährt hat, ist Tee. Eine ganze Reihe von Kräutern und Gewürzen wirkt sich wohltuend auf den Magen aus und lindert so die Schmerzen. Dazu zählen unter anderem: Anis, Kümmel, Ingwer und Fenchel, Koriander, Melisse und Schafgarbe sowie Brombeerblätter, Pfefferminze, Kamille und Basilikum. Ein Aufguss aus einer beliebigen Kombination dieser Heilmittel schafft bei Magenschmerzen meistens schnell Abhilfe. Ein Glas lauwarmes Wasser am Morgen auf nüchternen Magen kann ebenfalls hilfreich gegen Magenschmerzen sein, mehr noch sogar, wenn man eine Messerspitze Natron darin auflöst. Artischockensaft, frischer Kohlsaft oder ein Magenbitter kurbeln hingegen nach dem Essen die Verdauung an. Weiterhin lassen lokale Wärme, z. B. durch eine Wärmflasche, Essigwickel und Sanddorn Magenschmerzen schneller abklingen. Auch Kartoffeln, ob als Saft, Püree oder Suppe haben sich gegen Magenschmerzen bewährt.

Sollte nach Anwendung dieser Hausmittel nicht relativ schnell eine Besserung der Magenschmerzen eintreten, ist, wie oben bereits erwähnt, unbedingt medizinischer Rat einzuholen.

2 comments

  1. […] Menschen finden nachts keinen Schlaf mehr. Einige bekommen Migräne und manchen schlägt es auf den Magen. Wiederum andere Personen sind einfach nervös und verärgert. Das hört sich zunächst harmlos an, […]

  2. […] helfen. Gleichermaßen werden Kümmel, Kümmeltee und andere Heilpräparate bei Völlegefühl, Magenschmerzen und –krämpfen […]

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