Was tun gegen saures Aufstoßen?

Chronisches saures Aufstoßen oder auch Sodbrennen wird in der Medizin bezeichnet als Refluxösophagitis (Reflux von lat.: refluere – zurückfließen; lat. Oesophagus von gr.: οισοφάγος, oisophágos – Speiseröhre; -itis von gr.:  -ίτιδα, -ítida – Endung, die meist eine entzündliche Krankheit bezeichnet) und steht für eine Entzündung der Speiseröhre, die durch zu langen und zu häufigen Rückfluss von Magensäure verursacht wird. Im englischsprachigen Raum spricht man in diesem Zusammenhang auch mehr oder weniger liebevoll von GERD (Gastroesohageal Reflux Disease).Jeder Fünfte hat gelegentlich unter Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zu leiden, etwa sieben Prozent der deutschen Bevölkerung sogar täglich. Oft sind zu fettige Speisen die Ursache. Stechend-brennende Schmerzen vom Hals bis zum Magen sind die Folge. In den letzten zwei Dritteln ihrer Schwangerschaft leiden Frauen besonders häufig unter saurem Aufstoßen, da das Kind von unten gegen den Magen drückt und so Magensäure in die Speiseröhre gepresst wird.

Drei Aspekte können ursächlich für krankhaftes saures Aufstoßen sein:

  1. Es wird so viel Magensäure ausgestoßen, dass die Muskelleistung der Speiseröhre nicht ausreicht, um sie zurückzudrängen.
  2. Die Muskeltätigkeit der Speiseröhre ist beeinträchtigt und kann auch einen normalen Ausstoß von Magensäure nicht bewältigen (und demzufolge auch keinen gesteigerten).
  3. Es liegt eine Funktionsstörung oder ein Defekt des inneren Schließmuskels (Ösophagussphinkter), der Magen von Speiseröhre trennt, vor.

Ein Großteil aller Patienten, die mit dem Rückfluss von Magensäure zu kämpfen haben, leiden an der sogenannten axialen Hiatushernie. Hier drängt der obere Teil des Magens durch die Öffnung für die Speiseröhre im Zwerchfell. Dadurch kann dieses nicht mehr den unteren Verschluss der Speiseröhre verstärken und Mageninhalt mitsamt Magensäure fließt in die Speiseröhre.Betroffene leiden vor allem nachts, nach dem Essen (oft nach Süßem oder Scharfem), beim schweren Tragen oder Bücken sowie nach Alkohol-, Kaffee oder Tabakkonsum an der Reizung der Speiseröhre durch Magensäure. Was langfristig auch zu einer Magenschleimhautentzündung führen kann.

Um dauerhaften Schädigungen durch Magensäure vorzubeugen, wird zunächst empfohlen, alle Auslöser zu meiden und spätestens 4 Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu essen. Außerdem kann durch verschiedene Medikamente kurzzeitig oder dauerhaft die Produktion von Magensäure vermindert werden. Da eine übermäßige Produktion von Magensäure ein Symptom einer Infektion mit Heliobacter pylori sein kann und gleichzeitig die Entstehung von Magengeschwüren und Magenkarzinomen begünstigt, sind regelmäßige Kontrollen in jedem Fall angezeigt. Schließlich wird in sehr schweren Fällen mit starken Beschwerden die Speiseröhre operativ verengt, sodass keine Magensäure mehr hineindrängen kann.

Neuere Studien deuten darauf hin, dass Kaugummikauen eine positive Wirkung auf die Erkrankung hat, denn der erhöhte Speichelfluss unterstützt das Abfließen der Magensäure in den Magen.

Geposted am 18.10.2011 von Markus Schnermann

2 comments

  1. misshewski petra sagt:

    ich habe seit Jahren einen Helikopakter und habe sei einiger zeit sehr starke Sodbrennen beim trinken eines Heißen Getränkes brennt mir der ganze Magen was soll ich tun oder was könnte das sein einige sagen das wäre ein Magengeschwür

  2. […] Magenübersäuerung und das Aufstoßen lassen sich meist durch die Veränderung des Lebensstil deutlich beheben. Es empfiehlt sich, […]